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Sonntag, 5. September 2010
T-Home IPTV

 

 

Heute gibt es den versprochenen Bericht zum T-Home IPTV nachgereicht. Nun nutze ich IPTV bereits seit 3 Monaten und denke, dass ich die meisten Vor- Und Nachteile inzwischen erkannt habe.

Was ist denn das T-Home IPTV?

IPTV (Internet Protocol Television) hat nichts mit den bekannten Online-Streams zu tun, die man aus dem Web kennt, sondern handelt es sich dabei um richtiges Fernsehen und VideoOnDemand-Dienste über Breitbandanschluss. Mindestvoraussetzung ist nach T-Home ein ADSL16+ Anschluss, ich besitze einen VDSL25 Zugang. Um die Dienste von T-Home nutzen zu können, ist zwangsläufig ein entsprechender T-Home IPTV-Receiver nötig, denn nur durch diesen ist eine Nutzung überhaupt möglich. So wie ich es verstanden habe, wird die Nutzung auch weiterhin ausschließlich darüber möglich sein, so dass man auf eine Nutzung durch einen MediaCenter vergeblichen hoffen dürfte.

Der eigentliche Betrieb des Receivers, ist dem Fernsehen über einen digitalen Festplattenreceiver gleichzusetzen, statt des Antennenanschlusses, wird hier halt nur ein Netzwerkanschluss benötigt, mit zusätzlicher Hardware ist der Betrieb auch über WLAN möglich.

Beim Erstbetrieb nimmt der Receiver dann offensichtlich erst einmal Kontakt zur Telekom auf, um die Firmware auf den aktuellen Stand zu bringen und die Programminformationen des EPG's zu laden. Was sonst noch an Daten in diesen 15 Minuten übertragen wird kann ich nicht sagen, das wäre alles rein spekulativ.

Wenn der Receiver diese Informationen einmal geladen hat, startet der Receiver zukünftig in wenigen Sekunden, sofern er nicht vom Netz getrennt wurde.

Wie schon im Vorbericht erwähnt, verfügt der Receiver über alle möglichen Anschlüsse, die man heutzutage so braucht. Ich habe ihn per RGB-S-Kabel an meinem Beamer und über HDMI/DVI-Kabel am meinem FullHD Samsung-Monitor angeschlossen gehabt, den Audio-Ausgang über coaxialen oder optischen Anschluss betrieben. Eine Nutzung von Bildwiedergabegeräten mit 720p oder 1080i ist nur am HDMI-Anschluss mit HDCP möglich! Analog angeschlossene Geräte bleiben bei dieser Auflösung generell schwarz.

Bedient wird der Receiver über die mitgelieferte Fernbedienung, die leider keine beleuchteten Tasten hat. So ist die Benutzung im abgedunkelten Raum beim Beamerbetrieb echt kein Spaß! Da sollte man vielleicht mal nachbessern. Ansonsten ist die Fernbedienung relativ intuitiv zu bedienen und hat auch eine gute Reichweite.

Das eigentliche Fernsehprogramm ist wie bei den Windows Mediacentern in sortierbaren Programmlisten abgespeichert, die Kanäle lassen sich per CH+/- switchen oder direkt aus dem EPG anwählen. Es stehen je nach Paket ca. 80 Sender zur Verfügung, weitere u.a. die Premiere-Kanäle sind zubuchbar oder bereits im Paket enthalten. Die Umschaltzeiten sind relativ zügig und geben kaum Anlass zur Kritik. Videotext ist, sofern senderseitig angeboten, verfügbar und recht komfortabel zu bedienen. Auch ein Umblättern von Unterseiten funktioniert, wenn es manchmal auch eine Zeit lang dauern kann. Das EPG des Receivers ist genau wie bei den Windows MediaCentern aufgebaut, es funktioniert auch ähnlich langsam oder gar noch langsamer. Die Verwandtschaft zu dem Windows MediaCenter ist übrigens bei der ganzen Oberfläche des Microsoft CE vom T-Home X301T nicht zu leugnen, wer also die Bedienung eines MediaCenters gewohnt ist, wird sich nicht großartig umstellen müssen.

Die Bildqualität des IPTV ist sehr gut und steht meines Erachtens, dem eines digitalen Satreceivers kaum nach. Gelegentlich habe ich mal ein kurzes Stocken des Bildes oder Klötzchenbildung beobachten können. Läuft parallel noch eine weitere Aufnahme, nimmt die Bildqualität leicht ab - was ich aber nie als störend empfunden habe.

Der T-Home X301T hat eine eingebaute 160GB Festplatte, die einem Platz für die nötigsten Aufnahmen bietet. Wenn man natürlich wie ich den Speicherplatz von mehreren Terrabyte gewohnt ist, kann sie trotzdem schon mal als zu klein erscheinen...

Apropos Aufnahmen:

Hier komme ich schon zu einem der größten Schwachpunkte des Systems T-Home IPTV, denn, die auf der Festplatte gespeicherten Filme sind nur bei bestehender, aktiver Internetverbindung abzuspielen. Das bedeutet nicht nur, dass DRM hier sehr stark greift, sondern, das man im Falle eines Ausfalles des Internets auch komplett auf's Fernsehen verzichten muss und nicht einmal seine Aufnahmen ansehen kann! Das finde ich nicht sehr geschickt durchdacht, bei allem Verständnis für den Schutz von Inhalten.

Abgesehen davon nimmt der Receiver aber zuverlässig auf, auch die Serienfunktion funktioniert sehr gut. Ein Kritikpunkt wäre allerdings, dass man die Aufnahme nicht früher startend programmieren kann, sondern nur verlängern. So kann der ein oder andere Filmanfang schon mal fehlen. Hin und wieder geht mal irgendwas mit dem EPG daneben, so dass die Aufnahme als inkorrekt vermerkt wird, was sich bei mir bislang aber nur auf die Filminformationen bezog.

Ein "großes Desaster" war Mitte März auch wieder einmal die Zeitumstellung. Die hat das EPG teilweise recht ordentliuch durcheinander gebracht, auch das Trennen des Receivers von Netz und Internet, konnte den Receiver nicht dazu bewegen, "zeitbereinigte" Informationen zu laden. An diesem Tag mussten alle Aufnahmen manuell programmiert und vor allem alle Serienaufnahmen geprüft werden.

Der Receiver ermöglicht auch die Wiedergabe von Inhalten mit AC3 über einen coaxialen oder optischen Audioausgang. Über die Taste "Optionern" lässt sich dann zwischen Stereo oder AC3 umschalten.

Über den T-Home X301T hat man auch die Möglichkeit die VideoOnDemand-Dienste der Telekom zu nutzen, praktisch Filme von daheim ausleihen. Das Angebot dürfte im Moment für Videotheken-Fans zwar eher dünn erscheinen, wird aber sicherlich mit der Zeit immer stärker ausgebaut werden (was man auch daran erkennen kann, dass immer mehr "Klassiker" angeboten werden). Die Preise pro Film betragen zwischen Gratis und 3,99€ pro Film für 24 Stunden. Wenn man dann daran denkt, dass man sich die Fahrt zur Videothek sparen kann, finde ich das eigentlich mehr als okay. Die Filme sind in diverse Kategorien unterteilt, die Filme per Cover und Inhaltsbeschreibung ausgewiesen, so dass man relativ schnell einen passenden Film finden kann. Ich finde das ist wirklich eine feine Sache!

Allerdings gibt es natürlich auch hier wieder was auszusetzen:

Liebe T-Home'ler, was denkt man sich eigentlich dabei, alles auf Zukunft zu setzen, z.B. HDTV über IPTV anzubieten und dann ist kein DolbyDigital verfügbar...!!!? Geht's noch? Das kann ich eifach gar nicht begreifen.

 

Fazit:

IPTV von T-Home ist mit dem X301T schon eine qualitativ sehr hochwertige und konfortable Lösung in der heutigen Zeit TV zu schauen. SDTV und HDTV klappen im Zusammenhang mit meinem VDSL25-Anschluss recht gut und auch VOD ist eine feine Sache. An den oben genannten Kritikpunkten sollte man dennoch dringend arbeiten, vor allem das langsame EPG und das fehlende DolbyDigital bei VOD gehen gar nicht, das Thema DRM lasse ich mal weg. Was die Telekom bzw. T-Home nun alles vom Kunden weiß, ob die Sehgewohnheiten, Inhalte der Festplatten usw. sich abfragen und auswerten lassen, mag ich mir allerdings gar nicht erst überlegen.

 

 

 

 

 

 

 
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